Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Soziale Mobilität und gesundheitliche Ungleichheit

Die Bedeutung intra- und intergenerationaler Prozesse für die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten

Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Richter

Koordination: Sebastian Günther, Irene Moor

Laufzeit: 01.01.2016 bis 31.03.2017

Förderer: Hans Böckler Stiftung; Projektnummer: 2015-857-4

Hintergrund

„Erwerbstätigkeit ist [die] Grundlage des allgemeinen Wohlstands in Deutschland“ (BMAS 2013, S. XXII). Dieser Satz bringt es auf den Punkt: Die Arbeitswelt bzw. die berufliche Stellung sind zentrale Determinanten des Wohlstands sowie sozialer Ungleichheit und prägen nicht nur die Lebensbedingungen, sondern letztlich auch die Gesundheit und Produktivität. Trotz erheblicher Investitionen in den Wohlfahrtsstaat, haben sich die Armutsproblematik und soziale Schieflagen weiterhin verschärft. Auch zeigt sich ein klares Ungleichgewicht zwischen den alten und neuen Bundesländern, soziale Deprivation ist in den ostdeutschen Bundesländern nach wie vor deutlich häufiger vorzufinden als im westdeutschen Bundesgebiet. Die deutsche Wiedervereinigung und die damit einhergegangenen sozialen und politischen Transformationsprozesse führten zu zusätzlichen Belastungen. Unklar ist bislang, wie soziale Mobilitätsprozesse im Zusammenhang mit gesundheitlichen Ungleichheiten stehen und wie sich diese in den vergangenen 20 Jahren entwickelt haben. Dieses Forschungsvorhaben wird bestehende Wissenslücken angehen und erstmals empirische Evidenz bereitstellen.

Ziel

Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, im Rahmen einer Sekundäranalyse des Sozioökonomischen Panels (SOEP), inter- und intragenerationale Mobilitätsprozesse und deren Bedeutung für sozial bedingte Ungleichheiten in der Gesundheit zu untersuchen. Ein Fokus der Studie liegt dabei auf dem Vergleich der Entwicklungen in den neuen und alten Bundesländern seit der  Wiedervereinigung. Das Projekt wird analysieren, welche Rolle Prozesse intergenerationaler Mobilität (soziale Auf- und Abstiegsbewegungen zwischen der Elterngeneration und der eigenen sozialen Position) für die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten bei Erwachsenen einnehmen (1), wie sich die Rolle dieser intergenerationaler Faktoren im Zeitraum von 20 Jahren (1992-2012) verändert haben (2) und welche Bedeutung intragenerationale Mobilitätsprozesse die Gesundheit, mittels einer Lebenslaufperspektive, einnehmen (3). Diese Forschungsfragen werden unter Berücksichtigung eines Vergleichs zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern erfolgen.

Methodik

Zur Beantwortung der einzelnen Fragen wird auf Längsschnittdaten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) zurückgegriffen. Das SOEP ist in Deutschland die umfassendste Längsschnittbefragung zu Themen, wie Lebensbiografie, Familie, Wohlstand und Erwerbstätigkeit. Zudem finden sich auch Gesundheitsindikatoren. Untersucht wird sowohl der subjektive Gesundheitszustand als auch die physische und psychische Gesundheit (SF-12), unter Berücksichtigung eines Zeitraums von 20 Jahren
(1992-2012). Der sozio-ökonomische Status wird primäre über die berufliche Stellung erfasst. Die Darstellung inter- und intragenerationaler Mobilitätsprozesse beruht auf den Informationen zum sozio-ökonomischen Status der Befragten und ihrer Eltern. Als einzelne Beobachtungsphasen werden diese über den Lebenslauf nachgezeichnet. Die Auswertung erfolgt mit Hilfe von deskriptiven und multivariaten Verfahren.

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