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Die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten im Erwachsenalter.

Die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten im Erwachsenenalter. Eine Lebenslaufperspektive mit mit dem Sozioökonomischen Panel (SOEP)

Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Richter

Koordination: Irene Moor, Sebastian Günther, Anja Knöchelmann

Laufzeit: 01.01.2015 bis 31.12.2017

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Fördernummer RI 2467/2-1   

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Hintergrund

Trotz intensiver Forschungsbemühungen konnte der soziale Gradient in der Gesundheit bislang nicht umfassend erklärt werden. Einflüsse aus früheren Lebensphasen gelten zunehmend als Schlüssel zu einem besseren Verständnis sozialer Ungleichheiten in der Gesundheit. Die bisherige Evidenz über die Bedeutung des Lebenslaufs für gesundheitliche Ungleichheiten stammt primär aus britischen Geburtskohorten. Für Deutschland liegen entsprechende Untersuchungen noch nicht vor. Eine Einschränkung der internationalen Forschung ergibt sich aus der unzureichenden Einbindung materieller, psychosozialer und verhaltensbezogener Faktoren in die Analyse der unterschiedlichen Lebenslaufprozesse. Eine derartige Betrachtung ist jedoch notwendig, um die lebenslaufspezifischen Mechanismen besser erklären zu können, die zwischen sozio-ökonomischem Status und Gesundheit vermitteln.

Ziele und Forschungsfragen

Ziel des Projektes ist es, den Einfluss verschiedener Lebenslaufprozesse und intermediärer Faktoren für die Erklärung sozialer Ungleichheiten in der subjektiven Gesundheit im mittleren Lebensalter zu untersuchen.

Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Fokus:

  1. Wie hoch ist der relative Stellenwert unterschiedlicher  Lebenslaufprozesse (kritische Perioden, soziale Mobilität und  Akkumulation) für die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten im  Erwachsenenalter?
  2. Wie beeinflussen der Zeitpunkt, die Dauer und die Sequenz der Exposition  gegenüber materiellen, psychosozialen und verhaltensbezogenen  Erklärungsfaktoren über den Lebenslauf gesundheitliche Ungleichheiten?
  3. Wie stark interagieren die einzelnen Lebenslaufprozesse mit den  verschiedenen Erklärungsfaktoren über den Lebenslauf und tragen so zu  einer besseren Erklärung des sozialen Gradienten in der Gesundheit bei?

Die Analysen basieren auf den Längsschnittdaten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Insgesamt kann ein Zeitraum von 15 Jahren (1997-2012) herangezogen werden, um Ungleichheiten in der subjektiven Gesundheit im mittleren Lebensalter zu untersuchen. Die Informationen zur Gesundheit, den Lebenslaufprozessen und Erklärungsfaktoren stammen aus den jährlichen Basisbefragungen und der Lebenslaufbefragung des SOEP.

Deskriptive und multivariate Verfahren wie Sequenzdatenanalysen werden herangezogen, um die postulierten Zusammenhänge über den Lebenslauf zu prüfen. Basierend auf einem umfassenden Erklärungsmodell wird das Projekt neue Erkenntnisse über die Beziehungen zwischen einzelnen Lebenslaufprozessen und intermediären Erklärungsfaktoren bereitstellen und so das Verständnis über die Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheit im Erwachsenenalter erweitern.

Das Vorhaben wird existierende Forschungslücken zur gesundheitlichen Ungleichheit im Lebenslauf weiter schließen und die Implementierung einer Lebenslaufforschung an der Schnittstelle von Soziologie, Epidemiologie und Public Health in Deutschland unterstützen.

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