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Trajektorien und Übergänge während der Schullaufbahn

Trajektorien und Übergänge während der Schullaufbahn: Implikationen für Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheiten im Jugendalter

Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Richter (Standort Halle) und Prof. Dr. Katharina Rathmann    (Standort Fulda)

Koordination: Max Herke (Halle) und n.n. (Fulda)

Ansprechpartner: Max Herke

Laufzeit: 01.06.2018 bis 31.05.2020

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG Priority Programme 1646

Ausführliche Projektbeschreibung

Hintergrund

Kindheit und Jugend sind allgemein durch eine gute Gesundheit und ein hohes Wohlbefinden gekennzeichnet. Dennoch zeigen sich deutliche Ungleichheiten in der Gesundheit und dem Wohlbefinden, differenziert nach dem sozioökonomischen Status (SES) und der besuchten Schulform. SchülerInnen mit niedrigem SES oder SchülerInnen, die eine andere Schulform als das Gymnasium besuchen, berichten eine schlechtere Gesundheit, mehr psychosomatische Beschwerden und geringere Lebenszufriedenheit. Da bislang für Deutschland lediglich Querschnittsstudien zur Verfügung standen, wurden Gesundheit und Wohlbefinden häufig als statische Merkmale behandelt, obwohl sie eine zeitliche Entwicklung beschreiben. Durch die Verfügbarkeit von Panel-Daten ergibt sich die Möglichkeit, Gesundheit und Wohlbefinden in Form von Trajektorien zu analysieren und die Effekte eines Übergangs in Form einer Klassenwiederholung als (kritisches) Ereignis für die Gesundheit junger Menschen zu untersuchen.

Ziel

Das Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, Trajektorien von Gesundheit und Wohlbefinden sowie Effekte nicht-normativer Übergänge (d.h. Klassenwiederholung) für Gesundheit und Wohlbefinden von Heranwachsenden in der Sekundarstufe I und II in Deutschland zu untersuchen. Folgende Forschungsfragen stehen im Vordergrund:

  1. Welche Trajektorien von Gesundheit und Wohlbefinden können unter SchülerInnen in der Sekundarstufe I und II identifiziert werden, und wie sind diese differenziert nach SES und Schultyp?
  2. Welche (kurzfristigen) Effekte haben nicht-normative Übergange für die Gesundheit und das Wohlbefinden der SchülerInnen und wie unterscheiden sich diese nach SES und Schultyp?
  3. Zeigen SchülerInnen Unterschiede in ihren Trajektorien von Gesundheit und Wohlbefinden, je nachdem, ob sie einen nicht-normativen Übergang während der Sekundarstufe I oder II erlebt haben?

Methodik

Die Analysen basieren auf Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS). "SK3 (5. Klasse)" umfasst die Klassen 5 bis 9, startete mit einer Stichprobe von 5.208 Schülern in Regelschulen und wurde in der 7. Klasse auf 6.211 Schüler aufgestockt. "SK4 (9. Klasse)" umfasst die Klassen 9 bis 12 und startete mit 14.540 Schülern in Regelschulen. Gemäß NEPS-Zeitplan werden zum erwarteten Start des Projektes für beide Kohorten Daten zu mindestens einer weiteren Klassenstufe veröffentlicht, womit die gesamte Sekundarstufe I und II in Deutschland abgedeckt sein wird. Linear Mixed Effects-Modelle (LMEM) werden verwendet, um die Trajektorien der Gesundheit der Schüler zu identifizieren und interindividuelle Unterschiede in diesen Trajektorien nach SES, Schulart und das Vorhandensein nicht-normativer Übergänge zu unterscheiden. Fixed Effects-Modelle werden verwendet, um kurzfristige Effekte von nicht-normativen Übergängen zu analysieren.

Das Projektvorhaben generiert neue empirische Evidenz bzgl. der intra-individuellen Entwicklung von Gesundheit und Wohlbefinden, differenziert nach dem sozioökonomischen Hintergrund, der besuchten Schulform sowie nach dem Erleben eines nicht-normativen Übergangs von SchülerInnen in der Sekundarstufe in Deutschland.

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